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Die Mistel

Während die Mistel in früheren Zeiten eine verehrte, wertvolle und oft auch seltene Pflanze war, stellt sie heute in einigen Regionen Deutschlands eine Gefahr für Obstbäume dar. In Hamburg ist sie eine relativ neu eingewanderte Art. Lateinisch Viscum album.

Mistel als Schmarotzer an einem winterlichen Baum

Besonders im Winter fallen uns an den kahlen Ästen bestimmter Bäume kugelige, gelblich-grüne Büsche mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter auf – die Weißbeerige Mistel.

Viscum album ssp. album (Viscaceae) ist ein einheimischer Vertreter der weltweit vorkommenden 1.400 Mistelarten. Sie ist südlich einer gedachten Linie von der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns Richtung Südwesten bis nördlich des Ruhrgebietes verbreitet.

Mistel als Schmarotzer an einem winterlichen Baum

Der wissenschaftliche Gattungsname Viscum (lat. für Leim oder Klebstoff) geht wahrscheinlich auf die Römer zurück, die aus den klebrigen Beeren Vogelleim für den Vogelfang hergestellten. Der wissenschaftliche Name der Weißbeerigen Mistel, Viscum album, heißt übersetzt Weißer Vogelleim. Heute werden in der Medizin Blattextrakte zur Blutdrucksenkung, bei Arteriosklerose und zur Krebsbehandlung verwenden.

Weisse Beeren der Mistel als Schmarotzer an einem winterlichen Baum in Hamburg

Die wurzellosen Misteln wachsen halbschmarotzend auf Laubgehölzen wie Pappeln, Weiden, Weißdorn, Birken, Hasel, Robinien, Linden, Ahorn, Hainbuche und Apfelbäumen.

Sie entziehen ihrem Wirt mittels Haustorien Wasser und darin gelöste Mineralsalze, treiben aber selbst Photosynthese. Die Äste sind gabelig verzweigt, die kreuzständigen Blätter ledrig. Die zweihäusige Mistel besitzt getrennte weibliche und männliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen. Die Blüten sind unauffällig grüngelb gefärbt. In den Astgabeln stehen mehrere glasige, fleischige, klebrige Scheinbeeren mit 2 – 3 Embryonen. Die Blüten- und Beerenreife beginnt etwas Mitte Januar und endet Anfang April.


Die klebrigen Beeren haften an Vogelschnäbeln oder gelangen über den Vogelkot auf die Rinde des Wirtsbaumes. Zum Keimen braucht der am Wirtsast klebende Mistelsamen Licht und Luftfeuchtigkeit. Es dauert etwa ein Jahr von der Anheftung an den Wirt bis zur erfolgreichen Infektion, dem Xylemkontakt zwischen Mistel und Wirt.

Misteldrossel an einem winterlichen Baum mit Misteln links

Das Wachstum erfolgt in den ersten 4 Jahren ausgesprochen langsam. Nach vier bis fünf Jahre erfolgt jedes Jahr eine Gabelsprossung. Im fünften Jahr beginnt die Pflanze zu blühen. Nach dem ersten Fruchten verbreitet sich die Mistel explosionsartig.

Ursache hierfür ist nicht nur die Verbreitung durch Vögel, sondern das „Tropfen“ der Mistelsamen, d. h. in der Höhe der Bäume wachsende Pflanzen infizieren die darunter liegenden Äste. Geschwächte und nur sporadisch gepflegte Obstbestände können stark befallen und geschädigt werden. Dichter Mistelbefall führt zu verminderter Wuchsleistung des Baumes und im Extremfall zum Absterben.

Mistel als Schmarotzer an einem winterlichen Apfelbaum im Hamburger Westen

3 comments on “Die Mistel

  1. Vera Hemleben sagt:

    Lieber Christian, schickst Du Deine Artikel auch mal an Dr. Lars Opgenoorth. Er ist der Mann von Ines Vielhaben, der Tochter von Jochen und Margret. Er ist an der Uni Marburg mit der Ökologie von Bäumen u.a. beschäftigt. Guck doch mal. Viele Grüße Vera

    Zitat von Christian Kaiser – Werkschau – Fotografie –

  2. Angela Dobrick sagt:

    Lieber Christian DANKE! herzlicher Gruß Angela

    >

    1. Liebe Angela, danke! Du bist ja schnell! Ich freue mich wie immer über deinen Kommentar.

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