In Portfolio „Wasser und Eis“ beschäftige ich mich mit Wasser in zwei seiner Aggregatzustände. Es sind und bleiben „flüchtige Gesichter“ desselben Elements.
Aus der Vogelperspektive entsteht ein größerer Abstand zur gewohnten Wahrnehmung: Wasser und Eis werden zu abstrakten Flächen, Linien und Strukturen.
Was aus der Nähe selbstverständlich erscheint, verwandelt sich von oben in ein Spiel aus Formen, Linien, hohen Kontrasten und Bewegungen.
Mich fasziniert besonders der Moment zwischen Bewegung und Stillstand. Während Wasser ständig in Veränderung ist, wirkt Eis wie ein eingefrorener Augenblick – ein Zustand, der Zeit sichtbar macht.
In meinen Bildern treffen diese Gegensätze aufeinander: fließende Oberflächen neben erstarrten Mustern, dunkle Tiefen neben hellen, fast zerbrechlich wirkenden Strukturen.
Die Vogelperspektive erlaubt mir, Wasserlandschaften neu zu lesen. Risse im Eis erinnern mich an Strichzeichnungen, Strömungen wirken wie gemalte Linien, und Spiegelungen lösen die Grenze zwischen Oberfläche und Tiefe auf.
Schnee und kleinste Eiskristalle lassen manchmal sogar die Luftbewegung so wie heute den eisigen kalten Ostwind sichtbar werden. Dadurch kann ich Bilder gestalten, die zwischen Dokumentation, und künstlerischer Abstraktion stehen.
Mit diesem Portfolio möchte ich, die meist im Verborgenen stattfindende Ästhetik natürlicher Prozesse sichtbar machen.
Wasser und Eis sind nicht nur Elemente der Natur, sondern auch Träger von Bewegung, Ruhe und Veränderung. Beobachtung aus dem Flugzeug bedeutet für mich auch Stille! Motorenlärm kann mein Gehirn hier oben in 600 Fuss Höhe zum Glück ausblenden. Mit meinem Piloten verbindet mich eine Art Symbiose.
Wir reden während des Flugs nicht miteinander, Blicke und Handzeichen genügen (für die Kommunikation). Von oben betrachtet eröffnen sie eine neue, fast grafische Sicht auf Landschaft – eine Perspektive, die gleichzeitig Distanz schafft und doch eine besondere Nähe zur Struktur der Natur ermöglicht. Kurz gesagt; Für mich ein seltener Glücksfall.


