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Ackerkrume zerstäubt bei Wind,

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Wissenwertes und Fotos von Knicks

Ein Teil dieser Fotos aus Südost-Anatolien werden in meiner Ausstellung „Stadt- Land Fluss im Blick“ von Christian Kaiser im Stadtteilarchiv Ottensen in der Zeissstraße ab 14.  Juni 2018 im Kesselhaus zeigen.

Eine junge Frau und ihre kleine Schwester haben gerade die Ziegen der Familie, die in einem Dorf am Ufer des Tigris wohnt, gemolken. Sie bringen die frische Milch im Eimer nach Hause. Dort wird FRischkäse draus gemacht. Die Zukunft des Dorfes Suceken ist wie das Schicksal weiterer hundertneunundneuzig Dörfer und einiger Städte im Tal des Tigris durch die Verfüllung  des Staubeckens mit Wasser des Flusses bedroht. Gegen den Bau des Ilisu Staudamms und den drohenden Verlust von ihrer Wohnorte, samt Kulturschätzen und einzigartiger Natur gibt es jahrzehntelangen Widerstand. Darunter von internationalen Umweltschützern und überall auch lokalen Widerstand. Die Regierung der Türkei und deren Wasserbehörde DSI halten jedoch eisern am Plan 22 Großstaudämme (GAP genannt) in Südostanatolien zu bauen fest. Dabei wird mal subtil und zugleich offene Gewalt angewandt. Mit allen Mitteln der Repression versucht man die zumeist kurdischen Bewohner einzuschüchtern und zu vertreiben. Nur die Anwohner des fruchtbaren Tales wollen nicht in Trabantenstädten ziehen, oder in entlegenen SIedlungen ohne Infrastruktur, getrennt von ihren Nachbarn leben. Lesen Sie dazu den aktuellen Artikel „Gestaute Macht am Tigris“ in der Süddeutschen Zeitung von Moritz Baumstieger.

Gestaute Macht am Tigris

Tigris girls

Kübra Ayis, eine junge Frau (mitte) und zwei Mädchen, Kader ihre Schwester rechts und deren Freundin Sema Baytar haben die Milch der Ziege gemolken. Damit wird Familie aus Suceken am Tigris Käse machen. Die Milch tragen sie im Eimer nach Hause. Die Zukunft des Dorfes ist wie das Schicksal weiterer zweihundert Dörfer und Städte im Tal des Tigris durch die Verfüllung mit Wasser des fertigen Staubeckens bedroht. Gegen den Bau des Ilisu Staudamms gibt es jahrzehntelangen internationalen und lokalen Protest und Widerstand. Kredite bekommt die Türkei aus Deutschland. Die Regierung der Türkei hält deshalb am Plan 22 Großstaudämme in Anatolien (GAP genannt) zu bauen fest. Dazu wird auch militärische Gewalt eingesetzt, und mit allen Mitteln der Repression die Bewohner einzuschüchtern und zu vertreiben.  © Christian Kaiser Photo 2007

Zeynep Yilmaz

Grossmutter Menice Kepti; 83 auf der Schwelle ihres Hauses im Dorf Suceken. Die Familie soll vertrieben und umgesiedelt werden, doch sie wollen nicht weichen und weren sich gegen eine längst eingeleitete Umsiedlungsaktion  des türkischen Staates in eine eiligst errichtete Siedlung, ohne Infrasturuktur, am Rand einer für sie vollkommen fremden Stadt. Im Sommer 2018 wird es keine Zukunft für sie und viele andere Bewohner in ihren Heimatorten geben. Der Ort Suceken wird wie hunderte von Dörfern und Städten in den Fluten des Ilisu-Stausees versinken. Die Regierung des Irak als Unterlieger ist vom Wasser des Tigris abhängig, protestiert wird jetzt in Mossul und Bagdad heftig. Ende! ? English Caption : Grandmother Menice Kepti; years old in her chair in front of her house in Suceken village at the banks of the Tigris river. This village is thraten by the GAP and will sink in the waters of the Ilisudam, Part of the GAP. Great Anadolu Project with 22 large dams. © Christian Kaiser Photo 2007

Boys have taken a sulfur bath in the village Bath oft Ilisu

Die beiden jungen Männer haben gerade ein Schwefelbad im einfachen Badehaus am Ufer des Tigris im Dorf Ilisu genommen. Sie möchten gern ihr Dorf erhalten, doch die türkische Regierung baut nur wenige Hundert Meter enfernt einen Megastaudamm. Im Ilsisu Stausee der Teil des GAP Projekts ist, wird das Dorf mit dem dazu gehörigen fruchtbaren Ackerland neben zweihundert weiteren Dörfern und Städten wie Hasankeyf versinken. © Christian Kaiser Photo 2007

destroyed kurdish village "Yazlica"

Zerstörtes Haus im Dorf Yazlica. English Caption: Ruins of houses in the empty village Yazlica, on the left is the river Botan and nearby the Tigris river. © Christian Kaiser Photo 2007

Hasankeyf a view from the ancien town to the river Tigris and the bridge. Photo 4. July 2007. Blick auf die alte Stadt und die Bruecke Seidenstrasse ueber den Tigris. Im Hintergrund und rechts sind die Felsen voll von Wohnhoehlen.

Hasankeyf am Tigris existiert seit ca 12 000 Jahren. Die Fotografie gibt einen Blick vom Hochufer auf die alte Stadt und die historische Bruecke wieder. Die Brücke gehört zu einem Teil der Seidenstrasse weit und breit einzige Querung über den Tigris. Wertvolle Monumente, wie das Minarett, auf dem ein Storch sein Nest gebaut hat und der Turm „Zeynel Bey“ links außerhalb des Bildes mit Gebeinen eines Heiligen werden unter den Fluten des Stausees für immer verschwinden. © Christian Kaiser Photo 2009

valley of the botan

Das Tal Fluss des Botan der ist einer der wichtigsten Zuflüsse des Tigris. Die Türkei lässt diese Täler im Wasser des Ilisu-Stausees versinken, dadurch gehen fruchtbare Böden und uralte historische Siedlungen für die Zukunft verloren,  armenische christliche Kirchen und vor-islamische Kunstwerke werden dadurch zerstört. Durch den 1.800 Meter langen Damm würde der Tigris 65 Kilometer vor der irakischen Grenze zu einem über 300 Quadratkilometer großen See  aufgestaut. English Caption: Fertil land and fields of a christian villages in the Botan valley of GAP threaten river Botan. The Botan is flowing nearby into the Tigris river. © Christian Kaiser Photo 2009

Tigris people and landscape in south eastern turkey

 „Zeynel Bey,“ ist ein historisches Mausoläu. Dieses einzigartige Bauwerk ist das Grabmal eines berühmten Gelehrten ca. 3000 Jahre alt. Den Menschen muslimischen Glaubens gilt dieser Turm als heiliger Ort. English Caption: Tomb of Zeynel Bey a holy man in the Tgris Valley. English Caption: Kurdish people and culturel Monuments of many  different ancient cultures in turkey they are threaten of the Water of the GAP ilisudam the hole region will soon be drowned. © Christian Kaiser Photo 2009

destroyed kurdish village "Yazlica"

zerstörte Häuser im eilig verlassenen Yazlica am Ufer des Tigriszuflusses Botan. Die Regierung der Türkei jagte die Bewohner des Dorfes in die Flucht, weil sie in den Einwohnern Unterstützer der verbotenen PKK vermutete. Das ist ein häufiger vorgebrachter Vorwurf im Land von Präsident Erdogan. Der die kurdische Minderheit auf keinen Fall im Parlament dulden will. Aktuell werden tausende Anwälte, Richter und Wissenschaftler aus dem Staatsdienst mit dem immer selben Vorwurf entfernt Terroristen zu unterstützen. English Caption: Ruins of houses in the empty village Yazlica, it is one of lots of empty village near the river Botan and the Tigris river. Area of the GAP Project in Turkey. © Christian Kaiser Photo 2009

 

 

 

 

Diese Bilder habe ich im Jahren 2005 und 2007  und 2009 analog im Auftrag von Roberto Eplle, European Rivernet aus Frankreich aufgenommen. Gezeigt wurden die Fotos in einigen Ausstellungen in Berlin, Zaragossa und weiteren Orten in Spanien. Hier ein pdf.

Konflikte um Wasser

Da der fertig gestellte Ilisu-Staudamm derzeit mit Wasser des Tigris gefüllt wird bekommen die Menschen im Irak fast kein Wasser mehr. Jetzt hat die irakische Regierung auf den Protest der Menschen Mossul und Bagdad reagiert und sich beim türkischen Präsident Erdogan beschwert. Erdogan hat eine Gnadenfrist bis zum Ende des Ramadan am 14. Juni 2018 erklärt, danach werden die Schleusen monatelang geschlossen bleiben, bis der gigantische Ilisu-Stausee gefüllt ist. Weitere Informationen finden Sie auf der englischen Seite von Rivernet. http://www.rivernet.org/turquie/ilisu.htm

Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Il%C4%B1su_Dam

 

analysis about the ecology discussions and struggles in Southeast of Turkey

Weitere Information hier Stadtteilarchiv Ottensen Aktuell

2 comments on “Was passiert im Tigristal im Südosten der Türkei?

  1. earlyhaver sagt:

    Ausdrucksstarke, tolle Bilder! Analog ist schon cool. Schön, dass du eine Brücke von damals zur heutigen Zeit geschlagen hast in deinem Text. Viele Grüße!

    1. Moin Earlyman.
      freut mich das dir die Arbeiten gefallen! Ich war selbst überrascht wie aktuell sie plötzlich sind. Schönen Gruß! von Christian

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